Neue Studie

Binge-Eating: Queere Jugendliche doppelt so häufig betroffen

Von Marco • 23.10.2023
Binge-Eating: Queere Jugendliche doppelt so häufig betroffen

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Essstörungen sind ein ernstes und oft unterschätztes Thema. Gerade bei queeren Jugendlichen scheint das Risiko für bestimmte Essstörungen erhöht zu sein. Was steckt dahinter? Eine aktuelle Studie gibt Aufschluss.

Das Wichtigste:

🌈 Queere Jugendliche sind doppelt so häufig von Binge-Eating-Störungen betroffen wie ihre heterosexuellen Altersgenossen.

😰 Stressfaktoren wie Mobbing und Diskriminierung können die Ursache für diese erhöhte Anfälligkeit sein.

💪 Bei Jungen ist die Unzufriedenheit mit dem Körper oft mit dem Wunsch nach mehr Muskelmasse verbunden, was zu übermäßigem Essen führen kann.

👨‍⚕️ Wenn du Symptome einer Essstörung bei dir bemerkst, zögere nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass queere Jugendliche doppelt so häufig von Binge-Eating-Störungen betroffen sind wie ihre heterosexuellen Altersgenossen.

Binge Eating, also Essanfälle, bei denen ein Kontrollverlust erlebt wird, ist die häufigste Essstörung in den USA.

Die gesundheitlichen Folgen können gravierend sein und reichen von Herzerkrankungen über Diabetes bis hin zu psychischen Problemen wie Depressionen und Angstzuständen.

Die zugrunde liegenden Daten stammen aus einer groß angelegten Studie aus dem Jahr 2020, an der 10.000 Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren teilnahmen.

Besonders betroffen scheinen neben queeren Jugendlichen auch solche aus einkommensschwachen Haushalten und Jugendliche mit indigenem Hintergrund zu sein.

Ursache des Problems: Stress und Diskriminierung

Die Wissenschaftler*innen der University of California in San Francisco sehen die Hauptursachen für die erhöhte Anfälligkeit in Stressoren wie Mobbing, Diskriminierung und internalisierter Homophobie.

Diese Faktoren führen nicht nur zu einem erhöhten Risiko für Essstörungen, sondern auch zu einem verminderten Selbstwertgefühl bei schwulen, lesbischen und bisexuellen Jugendlichen.

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Dr. Jason Nagata, der Hauptautor der Studie, weist in diesem Zusammenhang auf die besonderen Belastungen hin, denen queere Jugendliche ausgesetzt sind.

So haben beispielsweise Jugendliche, die sich als schwul oder bisexuell identifizieren, ein 12,5-mal höheres Risiko für Binge-Eating-Episoden als ihre heterosexuellen Altersgenossen.

Ein besonderes Risiko für männliche Jugendliche?

Interessanterweise zeigt die Studie, dass auch männliche Jugendliche, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, zu Binge Eating neigen können.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Essstörungen vor allem Frauen und Mädchen betreffen, neigen männliche Jugendliche sogar häufiger zu Essanfällen als ihre weiblichen Altersgenossen.

Die Studie zeigt, dass bei männlichen Jugendlichen und Erwachsenen die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper häufig mit dem Streben nach mehr Muskelmasse und einer größeren Körpergröße verbunden ist.

Das Streben nach einem muskulöseren Körper kann zu einer übermäßigen Nahrungsaufnahme führen, die wiederum Binge Eating begünstigt.

Dr. Nagata betont, dass Jugendliche, die Symptome einer Essstörung zeigen, sofort professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Diese gibt’s bei regionalen Ernährungsberatungsstellen wie auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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