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Essstörungen sind bei jungen LGBTs besonders ausgeprägt

Essstörungen sind bei jungen LGBTs besonders ausgeprägt

yacobchuk1/Shebeko Depositphotos.com

US-amerikanische Studien sind besorgniserregend: Junge LGBTs sind elfmal häufiger von Essstörungen betroffen als ihre heterosexuellen Altersgenossen.

Essstörungen treten häufig bei jungen Menschen auf, erst recht wenn sie sich außerhalb der geschlechtlichen und sexuellen Normen bewegen. Das zeigen Untersuchungen aus den USA. In der Gruppe amerikanischer LGBTs zwischen 13 und 24 Jahren bescheinigten Forscher jedem Zweiten eine Essstörung. Darüber hinaus schätzten drei Viertel aller Befragten ihr Essverhalten als ungesund ein.

Die Studie, die von drei US-Organisationen durchgeführt wurde, lieferte erschreckende Zahlen. Insgesamt nahmen 1.305 junge Menschen an der Befragung teil. Im Vorfeld stuften sich viele als LGBTs ein. Laut Experten war in dieser Gruppe der Anteil an essgestörten Personen elfmal höher als unter gleichaltrigen Heterosexuellen. Besonders schwer haben es Transgeschlechtliche, bei denen die Quote bei 71 Prozent lag.

Es besteht Handlungsbedarf

Die Wissenschaftler zeigten sich bestürzt. Amit Paley von der Organisation Trevor Projekt bezog für die LGBTs Stellung: „Wir müssen uns mehr um Jugendliche kümmern.“. Dazu besteht auch Grund, denn die alarmierende Zahl an Essstörungen ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Studie brachte ebenso zutage, dass 58 Prozent schon mal mit dem Gedanken spielten, sich das Leben zu nehmen. 

Starker Druck löst Essstörungen aus

Die Studie untermauert die Ergebnisse anderer Untersuchungen. Der Grund für Essstörungen ist starker, psychischer Druck, den Schwule, Lesben, bisexuelle und transgeschlechtliche Personen ausgesetzt sind. Dazu gehören Diskriminierung, Mobbing und bevorstehende Coming-out-Prozesse. Homosexuelle Männer sind zudem einem hohen Körperkult unterlegen, der ebenso psychische Belastungen mit sich bringt. Auch extremer Alkohol- und Drogenmissbrauch sind unter jungen LGBTs häufig zu beobachten.

Lass dir bei Essstörungen helfen

Zählst du dich auch zur Gruppe junger LGBTs, wobei gravierende Ernährungsdefizite zum Alltag gehören, dann such dir professionelle Hilfe. Diese gibt’s bei regionalen Ernährungsberatungsstellen wie auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die Fachbehörde hilft dir bei der gezielten Suche von Ansprechpartnern in deiner Region. Telefon: 0221 892031.

Magersucht  nur ein Frauenproblem?
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Wenn es um Essstörungen geht, dann sind meist Frauen und Mädchen im Fokus der Berichterstattung. Allerdings ist die Zahl der männlichen Patienten nicht unbedeutend und steigt stetig an. Dabei leiden homosexuelle Männer öfter an Essstörungen als heterosexuelle.