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​Homo- und Transphobie kommen im Sport häufig vor

​Homo- und Transphobie kommen im Sport häufig vor

Unsplash/Chris Chow

Queere Menschen haben es im Breitensport noch immer schwer. Das hat eine EU-weite Umfrage ergeben.

Noch immer wollen sich viele LGBT nicht im Sport outen, um sich keiner Homo- oder Transphobie auszusetzen. Knapp 80% der queeren Sportler in der Europäischen Union sehen sich Homophobie, 90% auch Transphobie im Sport gegenüber. Das ergab eine Online-Umfrage des Instituts für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Beteiligt haben sich über 5500 Lesben, Bisexuelle, Schwule, Transgender und Intersexuelle aus allen EU-Ländern. Die Studie fand im Rahmen von Outsport statt, ein Projekt des Bildungsprogramms Erasmus Plus der EU.

Zudem kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass 20% der Befragten wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität auf eine Teilnahme am Sport verzichtet haben. Bei den Transpersonen traf dies sogar auf 54% der Befragten zu.

Etwa 33% (in Italien und Ungarn sogar 41% und 45%) hielten ihre sexuelle Orientierung oder ihre Geschlechtsidentität in ihrem Sportumfeld geheim. Deutschland liegt mit 20% unter dem EU-Durchschnitt.

Schlechte Erfahrungen im vergangenen Jahr

Etwa 16% der sportlich aktiven Befragten berichteten von negativen Erfahrungen in den letzten zwölf Monaten in ihrem Sport. Der Anteil liegt bei Transpersonen höher, bei Transfrauen sogar bei 46%. Hinsichtlich dieser Frage liegt Deutschland im EU-Durchschnitt.

Bei den negativen Erfahrungen gehören verbale Beleidigungen (82%) und strukturelle Diskriminierungen, ungleiche Chancen (75%) zu den häufigsten. Es folgen verbale Drohungen mit 44%, E-Mobbing (40%), körperliche Grenzüberschreitungen (36%) und körperliche Gewalt (20%).

Das Unterstützungssystem für LGBT-Sportler ist noch ausbaufähig. Denn über ein Drittel der Befragten wissen nicht, an welche Organisation oder Person sie sich im Falle einer Diskriminierung im Sport wenden könnten.

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