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Politik schweigt zu den Angriffen auf LSBTI* in Berlin

Politik schweigt zu den Angriffen auf LSBTI* in Berlin

Mika Baumeister/unsplash.com - Symbolfoto

Am Samstag fand in Berlin der Christopher Street Day mit vielen Zehntausenden Menschen statt. Dabei ereigneten sich am Rande der Demo und schon am Vorabend Übergriffe gegen LSBTI*.

Maneo, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, beklagt, dass das politische Berlin zu den jüngsten Übergriffen gegen LSBTI* in der Stadt schweigt.

„Tief betroffen müssen wir die jüngsten Meldungen von Übergriffen gegen LSBTI* in Berlin, am Vorabend und am Rande des CSDs in Berlin zur Kenntnis nehmen." so Bastian Finke, Leiter von MANEO. In wenigen Tagen kam es hier zu mehreren bekannt gewordenen körperlichen Übergriffen gegen LSBTI* in Berlin, mit zum Teil erheblichen Verletzungen.

"Wir müssen zudem mit großem Befremden feststellen, dass das politische Berlin zu den jüngsten Übergriffen gegen LSBTI* in Berlin schweigt,“
Bastian Finke, Leiter von MANEO

„Berlin will Regenbogenhauptstadt Europas sein. Damit hat Berlin nicht nur die Verantwortung sondern auch die Pflicht auf Hasskriminalität zu reagieren, egal welchen Hintergrund die Täter haben. Es muss eine ehrliche und menschliche Politik zum Schutz der Opfer unter den demokratischen Parteien uneingeschränkter Konsens sein“, fordert Seyran Ateş, Beiratsmitglied von MANEO.

Das Projekt MANEO kann laut einer Pressemitteilung nicht nachvollziehen, warum schwere Übergriffe, über die bereits gestern viele Medien berichtet hatten, nicht laut und deutlich von Politik und Senat verurteilt wurden. Damit verspiele Berlin seinen Ruf als Stadt, die konsequent gegen Hasskriminalität gegenüber LSBTI* ebenso wie gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von menschenverachtender Gewalt gegen Mitbürger*innen vorgehen will.

„Hassgewalt gegen LSBTI*, ebenso Hassgewalt in Form von Rassismus oder Antisemitismus, darf niemals zur Normalität unseres Alltags gehören. Mit jedem Angriff werden Menschenrecht mit Füßen getreten. Den Betroffenen gilt unsere Anteilnahme und Solidarität, sie brauchen ebenso konkrete Unterstützung und Hilfe.“
Bastian Finke, Leiter von MANEO

Diese Übergriffe wurden in den letzten beiden Tagen gemeldet:

Freitag, 23.07. in Kreuzberg: Am Nachmittag wurde ein schwules Paar (51, 50) in der U1 attackiert. Gegen 17.15 Uhr wurden sie während der Fahrt von einem Unbekannten angesprochen, bedroht und homophob beleidigt. An der Station Görlitzer Park schlug der Angreifer mehrfach mit der Faust zu. Am Bahnhof Schlesisches Tor verließ er den Zug und flüchtete. Einsatzkräfte konnten den 18-Jährigen in der Nähe stellen.

Samstag, 24.7. in Schöneberg: Gegen 18.45 Uhr wurden am Viktoria-Luise-Platz drei Personen einer Gruppe von CSD-Teilnehmenden (eine Frau, 48, zwei Männer, 39 & 51) aus einer größeren Gruppe heraus körperlich angegriffen und teils beleidigt. Die 48-Jährige gab an, einen Schlag gegen den Rücken erhalten zu haben und dann gestürzt zu sein; später wurde sie noch in den Rücken getreten. Auch die Männer wurden geschlagen.

Sonntag, 25.7. in Mitte: Ein Mann (21) wurde durch einen Unbekannten von hinten getreten und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er war gegen 0.20 Uhr mit drei Freunden am Hackeschen Markt unterwegs. In einer Unterführung trat ihm ein Unbekannter unvermittelt von hinten in den Hüftbereich. Darüber hinaus wurde ihm eine Regenbogenfahne entrissen, der Holzstiel zerbrach. Der Betroffene erlitt einen dreifachen Kieferbruch und wird stationär behandelt.

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Weitere Quellen: Maneo