Dramatische Folgen

Italienische Regenbogenfamilien am Rande der Verzweiflung

Von Niklas • 18.12.2023
Italienische Regenbogenfamilien am Rande der Verzweiflung

via Canva

In Italien wächst die Angst unter gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kindern. Regenbogenfamilien wollen deshalb das Land verlassen.

Das Wichtigste:

🚨 In Italien ist die rechtliche Anerkennung von nicht-biologischen Eltern in Regenbogenfamilien völlig unsicher.

👩‍👩‍👦 Beispiel Chiara und Christine: Obwohl beide Namen in der Geburtsurkunde ihres Sohnes stehen, wird nur eine als leibliche Mutter anerkannt.

⚖️ Gerichtsurteile sorgen für Chaos: In einigen Städten müssen nicht-leibliche Eltern aus Geburtsurkunden gestrichen werden.

🌍 Viele gleichgeschlechtliche Eltern denken jetzt über Auswanderung nach - zu riskant ist die Situation für ihre Familien.

💔 Unter der Regierung von Giorgia Meloni sieht es düster aus für die Rechte von LGBT-Familien.

Aufgrund einer gesetzlichen Grauzone und und der politischen Ausrichtung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist die rechtliche Stellung nicht-biologischer Elternteile in diesen Familien stark gefährdet. Dies führt bei vielen zu der Überlegung, das Land zu verlassen.

Chiara und Christine: Ein beispielhafter Fall

Das Ehepaar Chiara und Christine, Eltern eines dreijährigen Sohnes, symbolisiert das Dilemma, wie France24 und AFP berichten.

Obwohl beide Namen in der Geburtsurkunde des Kindes stehen, wird nur Christine als leibliche Mutter anerkannt. Chiaras rechtlicher Status bleibt unsicher.

Die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften in Italien im Jahr 2016 hat die Situation für nicht leibliche Eltern nicht verbessert.

Rechtliche Grauzone und uneinheitliche Rechtsprechung

Obwohl sich die Gerichte 2018 für eine Gleichstellung ausgesprochen haben, fehlt ein klarer rechtlicher Rahmen. Die Praxis, sowohl biologische als auch nicht-biologische Eltern in Geburtsurkunden einzutragen, gerät zunehmend unter Druck.

Kürzlich ergangene Urteile in Städten wie Mailand und Bergamo ordneten die Streichung nicht-biologischer Eltern aus Geburtsurkunden an.

Dramatische Folgen für Regenbogenfamilien

Die Folgen dieser Entwicklungen sind dramatisch: Nicht-biologische Elternteile verlieren sofort das Sorgerecht. Sie dürfen nicht einmal mehr ohne Vollmacht des leiblichen Elternteils mit dem Kind zum Arzt gehen.

Stirbt der leibliche Elternteil, wird das Kind zur Adoption freigegeben, anstatt beim anderen Elternteil zu bleiben.

Adoption: ein schwieriger Weg

Die Adoption des Kindes durch den nicht leiblichen Elternteil bleibt eine Möglichkeit, aber das Verfahren ist in Italien sehr kompliziert und teuer.

Chiara beschreibt die Situation als "Alptraum" und erwägt zusammen mit ihrer Partnerin Christine aufgrund dieser Unsicherheit und der Erwartung eines zweiten Kindes, das Land zu verlassen.

Perspektivlosigkeit unter der aktuellen Regierung

Die Hoffnung auf eine positive Entwicklung unter der aktuellen Regierung von Giorgia Meloni schwindet. Die Zukunft für gleichgeschlechtliche Familien in Italien bleibt ungewiss und voller Herausforderungen.

Weitere Quellen: T-Online, AFP, France24

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