Rätsel seiner Sexualität

War Alexander der Große wirklich schwul?

Von Lukas • 13.02.2024
War Alexander der Große wirklich schwul?

Alexander der Große: Das Rätsel seiner Sexualität. War seine Beziehung zu Hephaistion mehr als Freundschaft?

Ihr habt gerade die neueste Netflix-Dokumentation über Alexander den Großen gesehen, "Alexander der Große: Wie er ein Gott wurde". Während die beeindruckenden Schlachten und strategischen Geniestreiche des Makedonenkönigs über den Bildschirm flimmern, zieht etwas anderes euer Interesse auf sich.

Die enge Beziehung zwischen Alexander und Hephaestion, die sorgfältig und mit einer gewissen Zärtlichkeit dargestellt wird, bringt euch zum Grübeln.

Ihr beginnt euch zu fragen: War das mehr als Freundschaft? War Alexander der Große, dieser unbesiegbare Eroberer, der die bekannte Welt an ihre Grenzen brachte, vielleicht schwul?

Die Suche nach der Wahrheit über den griechischen König ist eine Reise durch die Geschichte, die uns zeigt, wie komplex und vielfältig menschliche Beziehungen sein können.

Alexanders Verhältnis zu Frauen

Laut dem griechischen Philosophen und Biografen Plutarch, der etwa zwischen 46 und 119 n. Chr. lebte, hatte Alexander nur mit einer Frau sexuelle Beziehungen: Barsine, der Tochter von Artabazos II. von Phyrgien.

Barsine faszinierte Alexander mit ihrer Schönheit und ihrer beeindruckenden Kenntnis der griechischen Literatur. Nach Barsine heiratete Alexander dreimal: zuerst Roxana von Baktrien, dann Stateira, die Tochter eines persischen Königs, und schließlich Parysatis, deren Vater ebenfalls Persien beherrschte.

Diese Ehen lassen jedoch keine eindeutigen Rückschlüsse auf Alexanders sexuelle Orientierung zu.

Beziehungen zu Männern: Mehr als Freundschaft?

Wenn es um Alexanders Beziehungen zu Männern geht, wird oft Hephaestion erwähnt, ein Adliger und Feldherr. Hephaestion, der als der "bei weitem liebste aller Freunde des Königs" beschrieben wird, teilte seine Jugend und alle Geheimnisse mit Alexander.

Der zeitgenössische englische Historiker Robin Lane Fox spekuliert sogar, dass die beiden ein Liebespaar gewesen sein könnten.

Ein weiterer möglicher Liebhaber Alexanders war der Höfling Bagoas, der sich in den "besten Jahren seiner Jugend" befand und sowohl mit dem persischen Herrscher Dareios als auch später mit Alexander intim wurde.

Bagoas, ein Eunuch, und seine Beziehung zu Alexander sind Gegenstand hitziger Debatten unter Historikern.

Die Vielschichtigkeit antiker Sexualität

Die Frage, ob Alexander der Große homosexuell war, erfordert ein Verständnis dafür, dass die Begriffe und Konzepte, die wir heute verwenden, um sexuelle Orientierung zu beschreiben, im antiken Griechenland nicht existierten. Wörter wie "homosexuell", "lesbisch" oder "bisexuell" waren unbekannt.

Alexander genoss Beziehungen zu Menschen unterschiedlichen Geschlechts, aber es wäre anachronistisch, ihn mit modernen Begriffen zu etikettieren.

Die gesellschaftlichen Einstellungen zu Geschlecht und Sexualität waren im antiken Griechenland anders als heute: Homosexualität war in allen Gesellschaftsschichten verbreitet und galt nicht als unnatürlich oder unreligiös.

Spektrum der Möglichkeiten

Alexander der Große war vielleicht nicht homosexuell im modernen Sinne, aber es gibt deutliche Hinweise darauf, dass er sowohl Männer als auch Frauen mochte.

Macht ihn das zu einem Bisexuellen? Möglicherweise - zumindest theoretisch.

Die Geschichte zeigt uns, dass die menschliche Sexualität vielschichtig und dynamisch ist, geprägt von den sozialen und kulturellen Kontexten ihrer Zeit.

Alexanders Leben bietet einen faszinierenden Einblick in die Komplexität menschlicher Beziehungen und erinnert uns daran, dass Liebe viele Formen annehmen kann.

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