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Das Problem mit dem inneren Outing

Tom Von Tom
Das Problem mit dem inneren Outing

DBNA / JANS

YouTube und andere Online-Plattformen sind voller Coming-Out Videos, Ratgeber und Tipps. Aber wie uns Jans in seinem Video verrät, wird hierbei immer ein wichtiger Aspekt vergessen: das innere Coming-Out mit sich selbst.

Für viele Mitglieder der LGBTIQ+ Community ist der Schritt, sich zu outen, mit vielen Befürchtungen und Ängsten verbunden. Das diese vollkommen unbegründet und teilweise ziemlich unsinnig sind, bemerken wir deshalb erst im Nachhinein.

Daher ist es für die Betroffenen eine große Erleichterung, wenn die Hürde endlich bewältigt ist.

Doch manche von uns haben es auf dem Weg zu diesem Ziel nicht leicht.

Genauso wie unser Aussehen ist auch unsere Sexualität bzw. romantische Orientierung individuell und vielfältig. Einige sind sich bereits am Anfang der Pubertät über ihre Orientierung im Klaren, bei manchen ist dies ein langwieriger Prozess.

Luca (16) erzählt von seinem Coming-out
Luca (16) erzählt von seinem Coming-out

„Es war ein Prozess über einige Jahre, mein „inneres Outing“ fiel mir sehr schwer und hat lange gedauert, aber als ich dieses überwunden hatte, konnte ich es meiner ganzen Klasse und meiner Mutter erzählen, die alle positiv reagiert haben.“

So war es auch bei Jans. „Ich bin kein Mädchen, aber auch nicht so wirklich ein Junge“, fasst er seine damaligen Gedanken zusammen. Zu dem Zeitpunkt entdeckte er das Label Gender-Queer. Dieses empfand er zu der Zeit als ziemlich passend.

Schnell merkte er nach seinem ersten Outing als Gender-Queer, dass er gerne mit männlichen Pronomen angesprochen werden möchte.

Aber auch im Allgemeinen war ihm bereits klar, dass Gender-Queer „nicht die Endstation sein würde“.

„Selbstfindungsphasen sind anstrengend!“.

Nach einer einjährigen Selbstfindungsphase stellte er fest, dass er ein „einfach männlich“ ist.

Doch mit dieser Feststellung kamen neue Ängste auf.

Wie würde das gender-queere Umfeld reagieren, wenn er sich doch dem binären Geschlechtssystem zuordnet? Und wie würden seine Freunde und Familie über sein zweites Outing denken?

Video: Eure Fragen an einen Trans* Jungen!
Video: Eure Fragen an einen Trans* Jungen!

„Wenn mich Leute mit gar keinem Geschlecht angesprochen haben, habe ich mich schlecht gefühlt. Wenn mich Leute mit *sie* angesprochen haben, habe ich mich schlecht gefühlt. Wenn mich Leute mit *er* angesprochen habe, war ich happy.“


„Am Ende ist es wahrscheinlich nur halb so schlimm, wie ihr es euch vorgestellt habt“, fast Jans seine Erfahrungen zusammen. Er fühlte sich nach seinem zweiten Outing endlich als ob er endlich angekommen wäre.

„Es ist vollkommen normal eine Weile zu brauchen, bis man weiß, wer man ist oder was man will.“

Jeder von uns hat Phasen durchlebt, Erfahrungen gemacht und war sich dennoch nicht ganz sicher, wer man nun ist. Und das ist vollkommen in Ordnung! Wir gehen alle diesen Weg (oder sind ihn gegangen) bis wir wissen, wer wir wirklich sind.

Wenn ihr noch mehr über Jans Weg erfahren wollt oder darüber, wie er sich bei seinen Coming Outs gefühlt hat, schaut euch sein folgendes Video an:

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