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US-Fernsehen und Streaming ist so queer wie nie zuvor

US-Fernsehen und Streaming ist so queer wie nie zuvor

Netflix

Im US-Fernsehen gehören über zehn Prozent der Figuren in der Hauptsendezeit einer geschlechtlichen oder sexuellen Minderheit an.

Die LGBTI-Organisation GLAAD bescheinigt dem amerikanischen Fernsehen großartige Fortschritte bei der Sichtbarmachung queerer Menschen. Der Anteil lesbischer, schwuler, bisexueller Figuren oder Transfiguren in der Hauptsendezeit der größten US-Sender beträgt mittlerweile 10,2 Prozent. Im vorigen Jahr waren es lediglich 8,8 Prozent, in 2017 6,4 Prozent und in früheren Jahren nur 4,8 Prozent.

"Es ist wichtig, dass LGBTQ-Charaktere medial überhaupt sichtbar sind, aber auch in welchem Licht sie dann gezeigt werden. Eine positive Darstellung ist für LGBTQ-Zuschauer als Identifikationsfigur sehr wichtig.
Markus Ulrich, Sprecher des LSVD gegenüber Pressetext

Laut des Berichts „Where We Are on TV – 2019/20“ gehörten 90 von 879 Figuren der auf den größten fünf Sendern gezeigten Serien sexuellen/geschlechtlichen Minderheiten an. Eine der neuen Figuren ist etwa Batwoman, bei der es sich um die erste lesbische Superheldin einer TV-Serie handelt. Diese Serie wird in der Primetime des Senders The CW ausgestrahlt, der mit 15,4 Prozent den höchsten Anteil an LGBT-Darstellern hat.

Queere Frauen sogar erstmals in der Mehrheit

GLAAD hat zum ersten Mal mehr queere weibliche als queere männliche Figuren festgestellt. Männer waren mit nur 47 Prozent vertreten, dagegen 53 Prozent Frauen.

The CW

Batwoman

Batwoman

Die Organisation hatte immer wieder angeprangert, dass LGBT-Figuren fast immer weiße, männliche, cissexuelle Personen seien. Zudem sei auch die bisherige Übermacht weißer Figuren in diesem Jahr gebrochen worden.

Eine Sprecherin von GLAAD zeigte sich angesichts der Zahlen begeistert von der großartigen Entwicklung hin zu einer vielfältigeren Darstellung im Fernsehen.

Es gebe jedoch noch einiges zu tun. Denn das Kabelfernsehen zeigt fast 50 Prozent der queeren Figuren nur in drei Sendern. Hier bleiben laut GLAAD noch Wünsche bezüglich der Vielfalt bei den Sendern offen.

Manuel Fernandez-Valdes

Szene aus der Netflix-Serie "Élite"

Szene aus der Netflix-Serie "Élite"

Bei den Streamingdiensten führt Anbieter Netflix deutlich mit 124 queeren Darstellern in seinen eigenproduzierten Serien. Dahinter liegen mit großem Abstand Hulu (in Deutschland nicht erhältlich) mit 24 Figuren sowie Amazon mit acht Figuren. Trotz der positiven Gesamtentwicklung sei im Streamingbereich ein enttäuschender Rückgang von Transfiguren zu beklagen.

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