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Russische Version von "Rocketman" ohne schwulen Sex

Russische Version von "Rocketman" ohne schwulen Sex

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Der russischen Sprachversion der Elton-John-Biografie fehlen alle Hinweise auf Homosexualität.

Wer den Film „Rocketman“ in einem russischen Kino anschaut, bekommt einen Elton John zu sehen, der weder schwul ist noch Drogen konsumiert. Der Sender Doschd TV meldete, dass aus dem Film alle Hinweise auf die homosexuelle Ausrichtung des Sängers entfernt wurden, ebenso wie alle Szenen mit Drogenkonsum.

Zu den herausgeschnittenen Szenen zählt eine 40 Sekunden dauernde Sexszene zwischen Elton John (gespielt von Taron Egerton) und Manager John Reid (dargestellt von Richard Madden). Sämtliche gleichgeschlechtlichen Küsse und Szenen, auch beiläufige, seien entfernt worden. Auch ein aktuelles Foto von Elton John und dessen Ehemann David Furnish und der Hinweis, das Paar ziehe gemeinsam Kinder auf, unterfiel der Zensur.

Aus diesem Grund fehlen etwa 5 Minuten des Films. Kürzlich lief der Film in Deutschland, USA und Großbritannien an. In Russland startete er am 6. Juni.

Die Verleihfirma beruft sich auf russische Gesetze.

Wie die Nachrichtenagentur Interfax mitteilt, soll der Filmverleih freiwillig die entsprechenden Szenen entfernt haben. Druck aus dem Kultusministerium habe es nicht gegeben. Die russische Verleihfirma berief sich hingegen auf die Einhaltung der russischen Gesetze. Genauer gesagt, handelt es sich um das Gesetz gegen „Homopropaganda“, mit dem Werbung für „nicht traditionelle sexuelle Verhältnisse“ mit Blick auf Minderjährige verboten wurde. Es gilt nicht für Medien mit der Selbstauszeichnung als „18 plus“.

Elton John dürfte mit diesem Verfahren unzufrieden sein, hatte er doch persönlich auf die Drogen- und Sexszenen aus seinem Leben bestanden. Er hatte Konzerte in Russland genutzt, um Kritik an dem Gesetz gegen „Homopropaganda“ und gegen Homophobie zu äußern. Zudem hatte er sich öffentlich mit LGBT- sowie Aids-Aktivisten getroffen.

In Samoa kommt der Film überhaupt nicht in die Kinos.

Die Zensurbehörde lehnte den kompletten Film ab. In dem polynesischen Inselstaat stehen Homosexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe und können mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

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