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Doku: Wie krank ist Homo-Heilung?

Doku: Wie krank ist Homo-Heilung?

Ego Productions

Der Dokumentarfilm über Umpolungsversuche bei Homosexuellen steht kostenfrei in der arte-Mediathek.

Bis heute gibt es weltweit Geistliche und Therapeuten, die Menschen von ihrer homosexuellen Orientierung „heilen“ wollen. Der investigative Dokumentarfilm spürt Netzwerke auf, die ursprünglich aus den USA stammen, aber mittlerweile in Europa fest verankert sind und äußerst fragwürdige Behandlungen betreiben, sogenannte Konversionstherapien – mit gravierenden psychischen und gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen.

Solche menschenverachtenden Umpolungsversuche, die in Deutschland verboten und unter Strafe gestellt werden sollen, stehen im Fokus des Dokumentarfilms, der noch bis Ende Januar 2020 in der arte-Mediathek verfügbar ist.

Elektroschocks, frontale Lobotomien, Hormonbehandlungen und Aversionstherapien – seit Homosexualität in der WHO-Klassifizierung nicht mehr als psychische Erkrankung geführt wird, gelten diese dubiosen Praktiken eigentlich als verschwunden.

Doch an ihre Stelle sind andere, ebenso grausame und menschenverachtende Methoden getreten, die weiterhin weltweit verbreitet werden. Wie es um solche Pseudotherapien steht, haben Bernard Nicolas und sein Journalistenteam zwei Jahre lang in den USA, in Frankreich, Deutschland, Polen und der Schweiz ermittelt.

In den Vereinigten Staaten bekennen sich evangelikale Vereinigungen lautstark zu ihren Praktiken. In Frankreich, Deutschland und der Schweiz dagegen verhalten sich Katholiken und Evangelikale zurückhaltender, selbst wenn einige dieser „Heiler“ hohes Ansehen genießen und ein florierendes Geschäft betreiben.

Ego Productions

Alan Chambers (li.), letzter Präsident der US-amerikanischen Organisation Exodus International, erkannte 2013, dass Therapien für homosexuelle Menschen gefährlich sind und entschuldigte sich für das Leid, das viele dadurch erlitten hatten.

Alan Chambers (li.), letzter Präsident der US-amerikanischen Organisation Exodus International, erkannte 2013, dass Therapien für homosexuelle Menschen gefährlich sind und entschuldigte sich für das Leid, das viele dadurch erlitten hatten.

Der Dokumentarfilm enthält erschütternde Aussagen von Opfern, die erstmals vor der Kamera über die von ihnen erlittenen Qualen sprechen. So berichtet Benoit, dass ihn seine streng katholischen Eltern vom 15. bis zum 18. Lebensjahr in ein Sommerlager für Homosexuelle schickten, die dort umerzogen werden sollten.

Deb, die Tochter eines evangelikalen Paares aus Arkansas, verfiel nach schlimmen Exorzismus-Sitzungen in eine tiefe Depression. Auch Jean-Michel erlitt die verheerenden Auswirkungen von Teufelsaustreibungen; er wähnte sich lange vom Dämon der Homosexualität besessen und kämpfte mehrere Jahre gegen seine sexuellen Bedürfnisse an, da er sie für unvereinbar mit seiner Religion hielt.

Ewa wiederum musste qualvolle Heilungsmessen, Umerziehungslager und Elektroschocks über sich ergehen lassen, die sie von ihrer Homosexualität „erlösen“ sollten.

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