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Neue Kampagne: HIV ist unter Therapie nicht mehr übertragbar

Neue Kampagne: HIV ist unter Therapie nicht mehr übertragbar

DAH / Phil Meinwelt

Unter dem Motto #wissenverdoppeln startet die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) eine neue Kampagne. Die Botschaft: Unter Therapie ist HIV nicht mehr übertragbar.

Nur 10 Prozent der Bevölkerung kennen diese wissenschaftliche Tatsache, ergab eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Kampagne #wissenverdoppeln fordert dazu auf, sich zu informieren und auch anderen davon zu erzählen.

Erstes Etappenziel: Die Zahl der Informierten soll sich verdoppeln. Und dann immer wieder – bis alle Bescheid wissen.

„Diese gute Nachricht sollte heute zur Allgemeinbildung gehören“
Ulf Hentschke-Kristal, Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe

Im Alltag ist eine HIV-Übertragung ohnehin ausgeschlossen – unabhängig davon, ob jemand Medikamente nimmt. Trotzdem werden Menschen mit HIV noch immer oft als Gefahr wahrgenommen.

Dass unter erfolgreicher Therapie selbst beim Geschlechtsverkehr keine HIV-Übertragung mehr möglich ist, beweisen mittlerweile mehrere große Studien. Beobachtet wurden in den Studien Tausende gemischt HIV-positiv-negative Paare, die über 100.000 Male auf Kondome verzichteten, ohne dass es zu einer Übertragung kam. So trägt „Schutz durch Therapie“ heute zu einer erfüllten Sexualität ohne Ängste bei.

Botschafter-Paar André und Fabian im Video:

„Es ist toll zu erleben, wie sehr diese Nachricht die Menschen erleichtert“, erzählt Jonathan (27), Sozialarbeiter in Berlin und eines der Kampagnengesichter von #wissenverdoppeln. Und fügt hinzu: „Ich bin immer wieder überrascht, wie überrascht die Leute sind.“

Fabian (26) aus Frankfurt berichtet, wie er Angst hatte, sich zu infizieren und seinen Freund André (36) zu verlieren, als dieser sein positives Testergebnis erhielt. Drei Jahre später hat sich die Situation entkrampft: „Ich hätte damals mehr Informationen gut gebrauchen können“, zieht Fabian Bilanz.

Dank der heute verfügbaren HIV-Medikamente kann man mit HIV alt werden und leben wie alle anderen Menschen. Erschwert wird der Alltag mit HIV aber durch Diskriminierung, die in allen Lebensbereichen vorkommt – vom privaten Umfeld über die Arbeitswelt bis zum Gesundheitswesen. Zugrunde liegen meist irrationale Ängste vor einer HIV-Infektion sowie moralische Bewertungen des (vermuteten) Lebensstils der HIV-positiven Menschen.

Der Spot zur Kampagne:

„Unser Ziel ist das ganz selbstverständliche Miteinander, das heute möglich ist – ohne Ängste, ohne Zurückweisung und Abwertung“, betont Ulf Hentschke-Kristal. „Das Wissen um die Nicht-Übertragbarkeit unter Therapie kann dazu entscheidend beitragen. In diesem Sinne: Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen!“

Auf der Webseite der Kampagne können Menschen ihre Geschichte und Reaktionen posten, die sie beim Weitersagen erfahren haben.

Max (20) aus Jena
Max (20) aus Jena

Der Student ist HIV-positiv. Heute kann er darüber offen sprechen, aber am Anfang war die Diagnose ein Schock. Er erzählt, was sich mit der Infektion verändert hat – und was nicht.

Max: "Ich hab da noch was zu sagen"
Max: "Ich hab da noch was zu sagen"

Im vergangenen August war Max dbna’ler des Monats. Im Interview hat er ausführlich über seine HIV-Infektion gesprochen. Jetzt, fast zehn Monate später, zieht er ein Resümee - und erklärt, weshalb das Interview so wichtig war.

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