Leben

Tschetscheniens Hetzjagd auf Homosexuelle geht weiter

Tschetscheniens Hetzjagd auf Homosexuelle geht weiter

Kremlin.ru [CC BY 4.0], ellandar/Depositphotos

Menschenrechtlern zufolge sind in Tschetschenien erneut Dutzende Homosexuelle inhaftiert und gefoltert worden.

Nach Berichten der unabhängigen russischen Zeitung Nowaja Gaseta wurden seit Dezember erneut homosexuelle Frauen und Männer festgenommen. Damit bestätigt sich der Verdacht, den LGBT-Aktivisten aus Russland geäußert haben.

Bereits 40 Personen sollen seit Dezember konkret betroffen sein. Sie sollen von den Milizen des Präsidenten Kadyrow (Bild oben) gefangen, verschleppt und gefoltert worden sein. Dabei seien zwei Personen ums Leben gekommen. Die Hetzjagd begann in sozialen Medien und LGBT-Gruppen im Internet.

Carl Schreck, der Korrespondent des Senders „Radio Free Europe/Radio Liberty“, twitterte letzte Woche, die Verfolgung stehe in Zusammenhang mit der OSZE-Aufforderung, die tschetschenischen Säuberungsaktionen zu untersuchen. Man habe niemals aufgehört, so Schreck, die Personen zu verfolgen, die im Verdacht stehen, homosexuell zu sein. Nur das Ausmaß habe sich geändert.

Die Polizei wolle mit allen Mitteln die Flucht der Opfer verhindern. Auch sollen ihnen erschwert werden, sich an die Gerichte zu wenden. Es werden ihnen Dokumente weggenommen und man bedrohe die Opfer mit Strafverfahren. Zudem zwinge man sie zur Unterschrift unter leere Formulare.

"Ich bitte alle, die noch frei sind, diese Nachricht ernst zu nehmen und so schnell wie möglich aus der Republik zu fliehen. (...) Seien Sie vorsichtig und verlassen Sie die Republik so schnell wie möglich."
Eine Warnung von Aktivisten, gepostet in der russischen Facebook-Alternative VK

Die Nowaja Gaseta hatte über die Verfolgungen als erste Zeitung berichtet. Über hundert Männer sind festgenommen, gefoltert, teilweise ermordet worden. Oder man hat sie ihren Familien ausgehändigt, welche die „Familienehre“ wiederherstellen wollen.

Wie damals werden seitens der Behörden auch dieses Mal alle Vorwürfe bestritten. In 2017 behauptete Präsident Kadyrow sogar, dass es in Tschetschenien überhaupt keine Homosexuellen gebe.

"Wir haben keine Schwulen. Und wenn es sie gibt, nehmt sie mit nach Kanada, weit weg von uns, damit unser Blut gesäubert wird."

Die Ermittlungen russischer Behörden verliefen im Sand. Jedoch wurden die Vorwürfe durch die OSZE bestätigt.

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