Leben

TikTok filtert queere Begriffe
Von Lukas
Zuletzt aktualisiert: 28.04.2022

TikTok filtert queere Begriffe

Unsplash

​TikTok verwendet offenbar Wortfilter, um vermeintlich "problematische" Inhalte einzuschränken.

Das haben Journalist*innen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland zufällig bei einer Recherche aufgedeckt.

Untersuchungen von NDR, WDR und Tagesschau ergaben, dass die Social-Media-App TikTok Kommentare zensiert. Damit beschneidet die Plattform die Meinungsfreiheit der Nutzer*innen.

Der Wortfilter fiel auf, als das TikTok-Team der Tagesschau versuchte, Kommentare zu posten, die aber für einige nicht sichtbar waren.

Bei einer anschließenden Analyse der Kommentare erstellten die Journalist*nnen verschiedene Konten, mit denen sie dann Inhalte in den sozialen Medien kommentierten.

Das Team überprüfte insgesamt 100 Wörter und Wortkombinationen.

Dabei wurden 19 Begriffe in mindestens drei Versuchen von verschiedenen Konten nicht veröffentlicht.

Zu den abgelehnten Wörtern gehörten zum Beispiel "Porno" oder "Sex". Diese wurden möglicherweise aus Gründen des Jugendschutzes abgelehnt, vermutet das Team.

Aber auch Begriffe wie "schwul", "queer", "LGBTQ" oder "homosexuell" wurden von der Plattform nicht veröffentlicht. Zu den betroffen Begriffen gehörten auch "Auschwitz" und "Nationalsozialismus".

DBNA

Shadow-Banning nennt man diese Praxis, wenn Inhalte unterdrückt werden, ohne dies kenntlich zu machen.

Auf Nachfrage des öffentlich-rechtlichen Rechercheteams hatte TikTok zugegeben, bestimmte Wörter und Begriffe zu filtern.

Das Unternehmen habe automatische Systeme eingerichtet, um potenziell schädliche Kommentare auszusortieren, sagte eine Sprecherin gegenüber der Tagesschau.

TikTok sei sich bewusst, dass dieses Verfahren in diesem Fall nicht zielführend war, so die Sprecherin weiter.

Das Unternehmen will eine "gründliche Überprüfung" starten, "um diesen und potenziell ähnliche Fehler zu korrigieren".

Kurz nachdem NDR, WDR und tagesschau TikTok Fragen zu den Recherche-Ergebnissen geschickt und auf die blockierten Wörter aufmerksam gemacht hatten, waren nur noch elf der ursprünglich 19 Wörter gesperrt.

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Weitere Quellen: Tagesschau