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TikTok bannt Videos mit Bezug zu Homosexualität

TikTok bannt Videos mit Bezug zu Homosexualität

Depositphotos/d_duda

Medienberichten zufolge hat die chinesische Video-App TikTok Inhalte mit homosexuellem Bezug für unerwünscht erklärt.

Die chinesische Social-Media-Plattform TikTok stört sich nicht nur an politisch unerwünschtem Content, sondern auch an solchem, der positiv auf Homosexualität Bezug nimmt. Das gilt auch für solche Länder, in denen Homosexualität legal ist.

Die neuen Richtlinien geben vor, dass Inhalte mit Alkoholkonsum, Nacktheit oder Homosexualität gebannt werden sollen.

Das berichtete die britische Zeitung Guardian. Auf deren Nachfrage gab das Unternehmen an, diese Praxis wieder geändert zu haben. Der Realität scheint das jedoch nicht zu entsprechen. Auch Einflussnahme auf die politische Meinungsbildung wird der Plattform vorgeworfen.

Eine strikte Richtliniensammlung soll vor allem in konservativen Ländern mit rigiden Moralvorstellungen angewendet worden sein. So sollen etwa zum Teil enthüllte Gesäße und Dekolletés bereits zu Sperrungen führen, ebenso wie Äußerungen über Damenbinden.

Eine weiteres Richtlinienpaket soll länderspezifisch sein und enthält eine Liste von Politikern, die nicht kritisiert werden dürfen. Zu ihnen gehört auch der türkische Präsident Erdogan.

Ein großer Teil der örtlichen Richtlinien befasst sich mit der Darstellung von Homosexualität.

So dürfen etwa keine intimen Handlungen gleichgeschlechtlicher Paare gezeigt werden. Zu diesen Handlungen werden auch Händehalten, Küsse und Berührungen gezählt. Spezifisch homosexuelle Nachrichten, Sendungen, Personen oder Musik dürfen nicht erwähnt werden.

Außerdem sind Inhalte zu sperren, die sich mit dem Einsatz für die Rechte von Homosexuellen befassen. Das soll im vorauseilenden Gehorsam auch für die Länder gelten, in denen Homosexualität nicht verboten ist.

In einem Update vom 01.10.2019 teilte eine Unternehmenssprecherin auf Heise online mit, dass LGBTQI-Inhalte keiner Zensur mehr unterliegen würden. Für die Anwendung der Richtlinien wolle man sich entschuldigen, hieß es. Im Rahmen des Christopher Street Days in Berlin seien unter dem Hashtag #YourVoiceYourStage sehr viele Inhalte von Teilnehmern hochgeladen worden. Hierdurch seien auch viele Spenden für eine Antidiskriminierungskampagne zustande gekommen.

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