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Italienische Studie: Hohes Suizid-Risiko bei LGBTI-Teenagern

Italienische Studie: Hohes Suizid-Risiko bei LGBTI-Teenagern

AntonioGuillemF/Depositphotos.com

Wer bezüglich seiner sexuellen Orientierung zu einer Minderheit gehört, ist laut einer italienischen Studie stärker suizidgefährdet.

Die Universität Milano-Bicocca im italienischen Mailand fand in einer neuen Meta-Studie heraus, dass Homosexuelle, Transgender und andere Personen, deren geschlechtliche Orientierung nicht dem Durchschnitt entspricht, schon in jungen Jahren ein höheres Selbstmordrisiko aufweisen als andere.

Ausgewertet haben die Forscher 35 weitere Studien, an denen knapp 2,5 Millionen Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren teilnahmen. Die Jugendlichen stammten aus zehn unterschiedlichen Ländern.

"Angehörige sexueller Minderheiten sind im Vergleich zu heterosexuellen Jugendlichen dreieinhalb Mal so stark gefährdet"
Studienleiter Massimo Clerici

Das höchste Suizidrisiko sei bei Transgendern zu beobachten. Es liegt um den Faktor 5,77 höher als bei heterosexuellen Jugendlichen. An zweiter Stelle folgen die Bisexuellen (4,87) und an dritter Stelle die Homosexuellen (3,71).

Die wichtigsten Faktoren in Bezug auf einen möglichen Suizid seien psychische Krankheiten, Persönlichkeitsstörungen, Mobbing und sexueller Missbrauch in der Kindheit. Diese Jugendlichen sind außerdem überdurchschnittlich oft gesellschaftlich isoliert und leiden unter Gewalt und Stigmatisierung.

Wichtig ist die Sensibilisierung der Gesellschaft

Die Studienergebnisse sollen zu einem stärkeren Bewusstsein der Öffentlichkeit führen. Die entsprechenden staatlichen Institutionen sollten dazu veranlasst werden, die Erkenntnisse beim Entwickeln einer Strategie gegen Stigmatisierung zu berücksichtigen, meint Clerici.

Ein Hilfsangebot für Suizidgefährdete und Angehörige findest du hier bei der Telefonseelsorge.de

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