Leben

Digitale Pride-Fahnen - vorerst aber nicht für Bisexuelle

Von Jan Bambach | 30.03.2020
Digitale Pride-Fahnen - vorerst aber nicht für Bisexuelle

Jan Bambach

Das Ausdrücken der eigenen Identität mittels sogenannten Emojis ist für schwule und trans* Menschen seit einiger Zeit machbar. Der Weg zu diesem Punkt war jedoch steiniger, als es die bunten Farben anmuten.

Für so ziemlich alle Gefühle gibt es sie und werden fleißig genutzt - Emojis machen Chats bunter und sagen mehr als tausend Worte. 2016 wurde beispielsweise die Regenbogenfahne hinzugefügt, die nun als eine von fast 300 Flaggen verfügbar ist neben den vielfältigsten Smileys.

Doch wer bestimmt, welche Bildchen letztendlich verschickt werden können?

Wie Texte und auch Emojis in der digitalen Welt aufgebaut sind, wird vom Unicode-Standard festgelegt. In diesem ist definiert, wie solche Symbole auf einer technischen Ebene übertragen werden können. Wie in einem Wörterbuch müssen aber Einträge existieren, damit sie universell verstanden werden können - in diesem Fall von den meisten internetfähigen Geräten.

Damit die Symbole möglichst gleich aussehen, egal, ob sie auf einem iPhone oder in Firefox betrachtet werden, wird genau dieses Unicode-Standard genutzt. Ein Komitee legt basierend auf Vorschlägen fest, welche Emojis neu aufgenommen werden sollen.

Doch in der Vergangenheit zeigte sich dieses uneinsichtig, als die Aufnahme der Transgender Pride Flag gefordert wurde.

Der Familienpsychiater Ted Eytan hat genau dokumentiert, wie in einem mehrjährigen Prozess dafür gekämpft wurde, dass diese Fahne ebenfalls aufgenommen wird. Nach abgelehnten Vorschlägen sorgte eine virale Petition dafür, dass die Gespräche wieder aufgenommen wurden.

In der Petition wurde darauf verwiesen, dass selbst ein Hummer-Emoji (🦞) hinzugefügt wurde. Dies geschah mit der Begründung, dass “Frust und Verwirrung” vermieden werden sollen, wenn man eine Krabbe oder Garnele statt eines Hummers verwenden muss.

Nun wird die Fahne tatsächlich zur umfangreichen Sammlung hinzugefügt, vier Jahre nach der ursprünglichen Bitte.

Doch andere sexuelle Minderheiten werden in der digitalen Welt auch mit Emojis weiterhin nicht repräsentiert. Der bisexuelle Aktivist Tanner Marino hat den gleichen Prozess angestoßen, damit die Flagge der Bisexuellen ebenfalls aufgenommen wird.

Doch bereits nach zwei Monaten kam die Absage, dass das Komitee auch hier vorerst keine Unterstützung zeigen wird. In einem von ihm verfassten Blog-Post ruft er nun Menschen dazu auf, mitzuhelfen, dass neben Kastanien (🌰), Fischfrikadellen (🍥) und dem Loch (🕳️) auch Bisexuelle künftig sichtbarer werden können.

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