Unfreiwilliges Coming-out

Nach Queerbaiting-Vorwürfen: "Heartstopper"-Star Kit Connor outet sich als bi

Von Marco • 09.12.2022
Nach Queerbaiting-Vorwürfen: "Heartstopper"-Star Kit Connor outet sich als bi

Netflix

Als Reaktion auf die "Queerbaiting"-Vorwürfe in den sozialen Medien hat sich Kit Connor unfreiwillig als bisexuell geoutet.

Posts in den sozialen Medien, in denen über die sexuelle Orientierung des jungen Stars spekuliert wurde, haben ihn offenbar dazu gebracht, sich zu outen - bevor er dazu bereit war.

In einem Tweet sagte Connor:

"Ich bin bi. Gratuliere, dass ihr einen 18-Jährigen dazu gezwungen habt, sich zu outen. Ich glaube, einige von euch haben den Sinn der Serie nicht verstanden. Bye."

Im September hatte der junge Schauspieler angekündigt, die App zu löschen, als Videos von ihm und seiner kubanischen Kollegin Maia Reficco online auftauchten. Dort sah man die beiden, wie sie Händchen hielten.

Einige Heartstopper-Fans warfen ihm daraufhin "Queerbaiting" vor. "Queerbaiting" beschrieb ursprünglich eine Praxis Hollywoods, das LGBTQ+-Publikum mit sexuell zweideutigen fiktiven Charakteren zu "ködern".

Seitdem wird der Begriff häufig missbraucht, um Prominente im echten Leben zu beschimpfen, die zwar "Anzeichen" zeigen, queer zu sein, ihre Orientierung aber nicht öffentlich preisgegeben haben. So wie zum Beispiel Kit Connor.

Das war zu viel für den Schauspieler und er wollte Twitter löschen. "Das ist eine dumme App", schrieb er.

Aber das war nicht das erste Mal, dass Connor auf der Social Media App unter Beschuss geraten ist. Der Star hat sich mehrfach darüber beschwert, dass Fans bei Twitter in seinem Privatleben herumschnüffeln und andere meinen, sie würden "meine Sexualität besser kennen als ich".

Auch wenn sein Coming-out unter denkbar ungünstigen Umständen stattfand, erhielt Connor zum Glück viel Unterstützung.

Die Autorin von Heartstopper, Alice Oseman, reagierte auf den Tweet mit den Worten: "Ich verstehe wirklich nicht, wie Leute Heartstopper gucken und dann genüsslich ihre Zeit damit verbringen können, über Sexualitäten zu spekulieren und aufgrund von Klischees zu urteilen."

"Ich hoffe, all diese Leute schämen sich zu Tode", schrieb sie.

Auch Schauspiel-Kollege Joe Locke meldete sich zu Wort. Der 19-Jährige antwortete auf Connors Tweet mit den Worten: "Du bist niemandem etwas schuldig. Ich bin so stolz auf dich, mein Freund."

Connor machte durch seine Rolle in der erfolgreichen Netflix-Serie Heartstopper in den LGBTQ+-Medien von sich reden. Seine Figur, Nick Nelson, outet sich am Ende der ersten Staffel gegenüber seiner Mutter (Olivia Colman) und seinem Freund Charlie (Joe Locke) als bisexuell.

Die bittere Ironie, dass Connors Figur selbst entscheiden kann, wann und wie sie sich outet. Es ist sehr schade, dass Connor nicht die gleiche Art von Freiheit bekommen hat.

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