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Coming-out im Fußball

Felix Kroos über schwule Profifußballer: "Ich weiß es von keinem einzigen"

Von Marco • 15.05.2024
Felix Kroos über schwule Profifußballer: "Ich weiß es von keinem einzigen"

SWR/SWR3

In einem Podcast erzählt Ex-Fußballspieler Felix Kroos eine unglaubliche Geschichte: Er habe während seiner 13-jährigen Profi-Karriere keinen einzigen schwulen Spieler gekannt!

Das Wichtigste:

⚽ Felix Kroos berichtet, dass er in 13 Jahren Profifußball noch keinen schwulen Mitspieler kennengelernt hat.

🤔 Er vermutet, dass die Konkurrenzsituation die Spieler davon abhält, sich zu outen.

🏳️‍🌈 Marcus Urban hatte für IDAHOBIT ein Massen-Coming-out angekündigt.

Felix Kroos, ehemaliger Fußballprofi und jüngerer Bruder von Nationalspieler Toni Kroos, hat in einem Podcast eine bemerkenswerte Aussage über Homosexualität im Profifußball gemacht.

In seiner 13-jährigen Karriere habe er keinen einzigen homosexuellen Spieler kennengelernt, was auf ein tief verwurzeltes Tabu in der Branche hindeute.

Einblicke in 13 Jahre Profifußball

Im SWR3-Podcast "1 plus 1 - Freundschaft auf Zeit" sprach Kroos mit dem Comedian Aurel Mertz über das brisante Thema.

Kroos, der für Vereine wie Hansa Rostock, Werder Bremen und Union Berlin auf dem Platz stand, äußerte sich offen:

"Ich habe 13 Jahre Profifußball gespielt und ich habe mit Sicherheit [...] mindestens mit zehn, zwölf Jungs zusammengespielt, die homosexuell sind. Aber ich weiß es von keinem einzigen. Es hat keiner mit mir darüber gesprochen und ich glaube auch, es gibt eine ganz geringe Prozentanzahl, wo sich jemand einem Kollegen auch anvertraut hat."

Diese Aussage verdeutlicht, dass viele Spieler ihre Sexualität aus Angst vor negativen Konsequenzen verheimlichen.

Konkurrenzdruck

Kroos vermutet, dass der starke Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaften einer der Hauptgründe für das Schweigen ist.

"Wenn ein Verein sich zwischen dir und einem anderen Spieler entscheiden muss, weil wir gleich gut sind, gleich viel kosten, dann suchst du natürlich nach Argumenten, nehme ich den oder nehme ich den? [...] Und wenn das an die Öffentlichkeit kommt, dann ist es hundertprozentig so - bei allem Verständnis -, dass der andere Spieler, der nicht homosexuell ist, genommen wird."

Diese Einschätzung zeigt, wie tief Vorurteile und Ängste in der Fußballwelt verwurzelt sind.

Hoffnung auf Veränderung

Für den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) am Freitag hatte der ehemalige Fußballspieler Marcus Urban ein Massen-Coming-out angekündigt, das allerdings nicht wie erhofft stattfinden wird.

Das Netzwerk Queer Football Fanclubs (QFF) kritisierte den Zeitpunkt als "ungünstig", da am Samstag wichtige Entscheidungen in der Bundesliga anstehen. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass sich in Zukunft mehr Spieler trauen, offen mit ihrer Sexualität umzugehen und das Tabu im Profifußball zu brechen.

Die Aussagen von Felix Kroos werfen ein Schlaglicht auf ein Thema, das noch viel zu selten im Rampenlicht steht. Es zeigt sich, dass der Weg zu einer offenen und akzeptierenden Fußballkultur noch weit ist, aber jede Diskussion bringt den notwendigen Wandel ein Stück näher.

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