Star aus Glee

Chris Colfer und das Coming-out, das er nicht wollte

Von Marco • 22.11.2022
Chris Colfer und das Coming-out, das er nicht wollte

chriscolfer/instagram

Glee-Star Chris Colfer erzählt in einem Podcast über sein erzwungenes Coming-out und was das mit Kit Connor zu tun hat.

Als Chris Colfer sich im Jahr 2009 outete, war kein Glee-Zuschauer überrascht. Aber der Schauspieler gibt jetzt in einem Podcast zu, dass er große Angst davor hatte, damit in der Öffentlichkeit zu stehen.

Chris Colfer spielte in der beliebten Musical-Serie "Glee" Kurt Hummel, einen Highschool-Schüler, der sich noch nicht mit seiner Sexualität abgefunden hat, obwohl sie von Anfang an offensichtlich ist. Die Rolle wurde eigens für ihn geschaffen.

Aber die Vorstellung, eine Figur zu spielen, die sich in der ersten Staffel der Serie als schwul outet, bereitete ihm anfangs große Sorgen.

"Ich war total verängstigt. Damals sagten die Berater ihren Leuten: 'Spielt keine schwulen Rollen, denn das ruiniert eure Karriere'", erinnerte er sich bei einem Gespräch im Glee-Podcast "And That's What You Really Missed".

Letztendlich nahm er die Rolle an, weil er "unbedingt in der Filmindustrie Fuß fassen wollte". Trotz der Warnungen von Familienmitgliedern. Zudem wuchs er in einer Stadt auf, in der Jungs wegen ihres Schwulseins gemobbt und verprügelt wurden.

Schließlich hat sich Colfer im ersten Jahr der Serie selbst geoutet und im Podcast angedeutet, dass er sich durch die Rolle dazu gezwungen sah.

Chris ist mit seinem Freund seit 10 Jahren zusammen
Chris ist mit seinem Freund seit 10 Jahren zusammen

chriscolfer/instagram

Er verglich seine Erfahrung mit der von Kit Connor, dem "Heartstopper"-Star.

Kit Connor gab kürzlich auf Twitter bekannt, dass er bisexuell ist.

Fans hatten ihn des "Queerbaiting" beschuldigt, weil er eine schwule Figur im Fernsehen spielte, obwohl er angeblich mit einer Frau liiert war.

"Die Leute waren wütend, dass das mit [Kit] passiert ist", sagte Colfer. "Ich denke, das ist ein Beweis dafür, wie weit die Gesellschaft gekommen ist. Als es mir passierte, lautete es eher: Ich habe das ja verdient. Es war eine Qual. Es war für alle so selbstverständlich, dass ich angeblich keinen Grund hätte, mich darüber aufzuregen."

Doch so weit können wir nicht gekommen sein, wenn Kit Connor dazu gezwungen wurde, sich zu outen. Selbst wenn es wegen der neuen Idee war, dass nur geoutete queere Schauspieler queere Figuren spielen dürfen.

Es ist immer noch ein Outing, das Colfer als "eines der grausamsten Dinge, die man tun kann" bezeichnete.

Was die Umstände seines eigenen Coming-outs vor über zehn Jahren angeht, so mag es ihn damals zwar in Angst und Schrecken versetzt haben, aber er hat inzwischen seinen Frieden damit gemacht.

"Ich wusste auch, dass [die Rolle] mich wahrscheinlich dazu zwingen würde, Fragen an mich selbst zu stellen, für die ich noch nicht bereit war", gab Colfer zu. "In gewisser Weise bin ich sogar dankbar dafür, denn ich glaube, es hat mich dazu gebracht, ehrlich zu mir selbst zu sein."

Während GLEE von 2009 bis 2015 im Fernsehen lief, erhielt Colfer mehrere Auszeichnungen für seine Leistung, darunter einen Golden Globe Award im Jahr 2011 und wurde zweimal für einen Emmy Award in der Kategorie Herausragender Nebendarsteller in einer Comedyserie für seine Darstellung des Kurt nominiert.

Was macht Chris Colfer heute?

Seit seiner Zeit bei Glee hat Colfer eine Reihe von Bestsellern für junge Leser*innen geschrieben. Colfer sagt, dass seine Mutter ihn immer zum Schreiben ermutigt hat und dass er mit dem Schreiben dieser Geschichte begann, als seine Schwester schwer krank im Krankenhaus war.

Tags: Glee

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